Rhizarthrose oder Sattelgelenkarthrose

Wie entsteht die Rhizarthrose?

Bei der Rhizarthrose besteht oft eine erbliche Vorbelastung. Auch Knochenbrüche des 1. Mittelhandknochens mit Gelenkbeteiligung können zum Verschleiß des Daumensattelgelenkes führen. Auf dem Röntgenbild sieht man einen verschmälerten Gelenkspalt, der in fortgeschrittenen Fällen komplett verschwunden ist. Das Endstadium der Rhizarthrose besteht in der Gelenksteife.

Anatomie

Das Daumensattelgelenk ist am Handgelenk an der Basis des Daumens lokalisiert. Streckt man den Daumen, so kann man an seiner Basis handrückenwärtig zwei Sehnen erkennen, die sich anspannen. Drückt man in das dazwischen liegende Grübchen, tastet man das große Vieleckbein (ein Handwurzelknochen). Dieses bildet mit dem ersten Mittelhandknochen das Sattelgelenk. Der Name beschreibt die Beziehung der beiden Knochen zueinander. Der 1. Mittelhandknochen sitzt auf dem Vieleckbein, wie ein Reiter auf dem Sattel.

Die typischen Beschwerden der Rhizarthrose

Die Ausprägung der Schmerzen bei der Rhizarthrose ist abhängig vom Stadium der Erkrankung. Die Beschwerden betreffend liegt eine erstaunliche individuelle Variabilität vor. Es gibt Patienten, die trotz stärkster Arthrose im Röntgenbild kaum einen Leidensdruck verspüren und umgekehrt. Die Schmerzen am Daumen sind meist belastungsabhängig und oft wetterabhängig (Wetterfühligkeit). Oft tritt nach starker Beanspruchung des Daumens eine sogenannte Aktivierung der Rhizarthrose auf, die sich durch Schwellung, Zunahme der Schmerzen und manchmal auch durch eine Rötung äußert.

Konservative Behandlung der Sattelgelenkarthrose

Die konservative Behandlung einer Daumensattelgelenksarthrose besteht aus der Ruhigstellung des Gelenkes und Hemmung der Entzündung. Es werden angelegt und sogenannte nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) wie Diclofenac oder Ibuprofen rezeptiert. Vielen Patienten hilft auch Teufelskralle als naturheilkundliches Präparat. Auch kann eine Injektion mit entzündungshemmenden Medikamenten in das Daumensattelgelenk erfolgen. Die Ruhigstellung erreicht man mit speziellen Schienen, die durch Klettverschluss fixiert werden. Sie stellen das Daumengrund- und Sattelgelenk ruhig. Die Schienen werden zeitweise (nachts oder bei Belastung) getragen. Vielversprechende Ergebnisse zeigen erste Behandlungen mit Neuraltherapie. Hierbei werden bestimmte Injektionsmittel in anatomische und Akupunktur- Punkte injiziert. Kortison wird hierbei nicht verwendet. Eine Schmerzlinderung tritt häufig nach 3-6 Behandlungen ein. Die Neuraltherapie ist keine Kassenleistung. Sie kostet pro Sitzung jedoch weniger als eine normale Akupunktur.

Was ist die Radiosynoviorthese bei der Rhizarthrose?

Die Radiosynoviorthese ist ein konservatives Instrument zur Behandlung der Rhizarthrose. Bei dieser Behandlung wird ein radioaktives Material (186 Rhenium) in das Daumensattelgelenk eingespritzt. Dieses führt zum Rückgang der Aktivität der Rhizarthrose einschließlich der Reduktion von Schwellung und Schmerzen. Bis zur vollen Wirkung muss manchmal 3 Monate Geduld aufgebracht werden. Die Wirkdauer beträgt wenige Jahre (im Durchschnitt 2 Jahre). Die Radiosynoviorthese kann man wiederholt anwenden. Jedoch sollte nicht verschwiegen werden, dass auch hier Komplikationen auftreten können. Über diese klärt der durchführende Radiologe auf.

Welche Operationen können bei der Rhizarthrose erfolgen?

Ist bei der Rhizarthrose die konservative Therapie ausgereizt und eine Besserung der Beschwerden nicht in ausreichendem Maße möglich, so ist es Zeit über eine Operation nachzudenken. Bevor über die Op im Sinne eines Gelenkersatzes nachgedacht wird, sollte auch die kleine Rhizarthrose-Op in Erwägung gezogen werden:
Bei Röntgenologisch noch nicht zu stark fortgeschrittener Rhizarthrose besteht die Möglichkeit die Schmerzfortleitung zu blockieren, indem die schmerzweiterleitenden Nervenfasern zerstört werden. Die Op kann in örtlicher Betäubung durchgeführt werden. Vor einer solchen Operation sollten die entsprechenden Nerven mit einem Betäubungsmittel probeblockiert werden. Nur wenn dies mit Erfolg gelingt macht die Operation Sinn. Der Effekt dieses Eingriffes ist leider nicht für immer vorhanden. Bereits nach ca. 4 Jahren können die Rhizarthrose-Beschwerden erneut auftreten, weil die Schmerzfortleitung von anderen Nervenfasern übernommen wird. Jedoch ist dieser Eingriff eine gute Alternative bei Rhizarthrose-Patienten mit vielen Nebenerkrankungen und mit Angst vor dem Gelenkersatz.
Bei der Rhizarthrose ist die Anzahl beschriebener operativer Verfahren für den Gelenkersatz groß. Prinzipiell kann unterschieden werden zwischen einer Operation mit und ohne Fremdmaterial. Einer der am häufigsten durchgeführten Eingriffe ist die Resektionsarthroplastik bei der eine Rekonstruktion des Gelenkes mittels Eigengewebe erfolgt. Weitere Verfahren beinhalten das Einsetzen von künstlichen Sattelgelenksprothesen oder eines sogenannten Spacers (Silikonspacer). Bezüglich der Ergebnisse des Gelenkersatzes mittels Sattelgelenksprothesen konnten im Vergleich zur Arthroplastik keine entscheidenden Vorteile nachgewiesen werden. Daher empfehlen die meisten Handchirurgen bei der Rhizarthrose die Resektionsarthroplastik (nach Epping).
Bei der Resektionsarthroplastik handelt es sich um einen Gelenkersatz mit Eigengewebe (Sehne) bei der Rhizarthrose. Die Resektionsarthroplastik kann, ambulant (abhängig von Nebenerkrankungen) aber auch stationär durchgeführt werden. Bei der Rhizarthrose ist die Gelenkfläche zwischen dem großen Vieleckbein und dem ersten Mittelhandknochen geschädigt. Dieses Gelenk gilt es bei der Operation zu entfernen und neuzubilden. Über einen ca. 3-4 cm langen Schnitt an der streckseitigen Daumenbasis wird operiert und das große Vieleckbein entfernt. Dabei müssen die Bänder, der streckseitige Hautempfindungsast des Speichennerven und die in der Tiefe liegende Spendersehne geschont werden. Der entstandene Defekt sollte nun mit der Spendersehne vom Unterarm (Flexor carpi radialis) gefüllt werden. So entsteht zudem eine gute Pufferzone für die Basis des ersten Mittelhandknochens. Außerdem wird letzterer durch eine Umschlingung mit der genannten Sehne über ein Bohrloch fixiert. Anschließend wird diese Sehne verknotet und dieser Knoten mit zusätzlichen Nähten stabilisiert. Der Knoten füllt, wie oben beschrieben die entstandene Lücke. Mittlerweile hat sich in wissenschaftlichen Studien gezeigt, daß gleich gute Ergebnisse mit der bloßen Entfernung des großen Vieleckbeins erzielt werden. Die Kraft, Schmerzfreiheit und Rückkehr der Arbeitsfähigkeit unterschieden sich bei der klassischen Methode nach Epping und der Methode ohne Sehnenaufhängung nicht signifikant. Aufgrund der guten Ergebnisse wird in unserer Praxis die alleinige Entfernung des Vieleckbeins durchgeführt. Der Vorteil ist, dass keine körpereigene Sehnen zweckentfremdet wird und die Operationszeit kürzer ist. Dies ist schonender für den Organismus.
Nach der Resektionsarthroplastik bei der Rhizarthrose, ist 2-3wöchige Ruhigstellung des Daumens durch eine Daumengipsschiene nötig. Die Fäden werden entfernt und unter Anleitung werden bereits ab der dritten Woche vorsichtige Bewegungsübungen ohne Belastung durchgeführt. Ein Verkleben der Sehnen und Bänder soll dadurch verhindert werden. Der Belastungsaufbau beginnt dann vorsichtig ab der 5. Woche. Die Vollbelastungsfähigkeit wird ab der 12. Woche nach Operation erreicht. Der Erfolg der Operation hängt wesentlich mit Nachbehandlung und Kooperation von Krankengymnast und Patient ab. Ein gerüttelt Maß an Geduld ist nötig, bevor man die Erleichterung durch die Operation bemerkt. Aus diesem Grunde führen wir die Operation auch nur bei stärkeren Schmerzen aufgrund der Arthrose durch. Von einer „vorsorglichen“ Operation profitieren Sie als Patient nicht.
Ärzte
in Mörfelden-Walldorf auf jameda
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in Mörfelden-Walldorf auf jameda

Deutsche Gesellschaft der Plastischen, Rekonstruktiven und Ästhetischen Chirurgen

Ordentliches Mitglied der Deutschen Gesellschaft der Plastischen, Rekonstruktiven und Ästhetischen Chirurgen (vormals Vereinigung der Deutschen Plast. Chirurgen)

Dr. med. Heike Arnold

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